American Ultra | Abmahnung | Waldorf Frommer

Die Rechtsanwälte Waldorf Frommer versenden Abmahnungen im Auftrag der Tele München Fernseh GmbH + Co. Produktionsgesellschaft wegen des Films „American Ultra“. Sie fordern eine Unterlassungserklärung und eine Vergleichsbetrag in Höhe von € 815,00.

Worum geht es in American Ultra?

Der Kiffer Mike (Jesse Eisenberg) und seine Freundin Phoebe (Kristen Stewart) führen ein ruhiges Leben in einer beschaulichen Kleinstadt. In seinem langweiligen Alltag als Kiosk-Mitarbeiter erlebt Mike keine großen Abenteuer. Dennoch sind er und Phoebe mit ihrem Dasein und ihrem Dope rundum zufrieden. Mike plant sogar, seiner großen Liebe einen Heiratsantrag zu machen. Doch so einfach wird sein Leben nicht weiter dahinplätschern, denn eigentlich ist Mike ein Schläfer-Agent der US-amerikanischen Regierung, was ihm selbst jedoch gar nicht mehr bewusst ist. Eine geheime Parole entfesselt eines Tages jedoch zu seinem eigenen Erstaunen seine tödlichen Fähigkeiten. Von der Regierung nun als hohes Risiko eingestuft und fortan gejagt, fliehen Mike und Phoebe vor ihren Verfolgern, doch früher oder später muss die unfreiwillige Killermaschine ihr ganzes Potential entfalten, um die Vergangenheit endgültig abzuschütteln.
In dem Abmahnschreiben wird dem ermittelten Anschlussinhaber der Vorwurf gemacht, den Film auf einer Tauschbörse illegal getauscht zu haben.

Worauf sollte der Abgemahnte achten

  • Wichtig Ruhe bewahren, denn die Frist zur Abgabe der Unterlassungserklärung ist kurz gehalten. Doch wenn der Anschlussinhaber die Urheberrechtsverletzung nicht selber begangen hat muss er auch keine Unterlassungserklärung abgeben
  • Es ist ratsam zu prüfen, wer im Haushalt Zugriff auf das Internet hat. Diese Personen befragen Sie, ob überhaupt einer auf der Tauschbörse war. Darüber hinaus sollten die internetfähigen Geräte geprüft werden, ob sich der abgemahnte Film American Ultra noch darauf befindet
  • Denn wenn auch andere Familienmitglieder, Mitbewohner, Verwandte oder Gäste Zugriff haben ist es fraglich, ob hier überhaupt Prüfungspflichten seitens des Anschlussinhabers bestehen
Welche gerichtliche Entscheidung sind interessant für den Anschlussinhaber

BGH, Urteil vom 08.01.2014 – I ZR 169/12 BearShare – Der Inhaber eines Internetanschlusses haftet grundsätzlich nicht als Störer auf Unterlassung, wenn volljährige Familienangehörige den ihnen zur Nutzung überlassenen Anschluss für Rechtsverletzungen missbrauchen.
BGH, Urteil vom 15.11.2012 – I ZR 74/12, MIR 2013, Dok. 021 – Morpheus) Es ist grundsätzlich Sache des Anspruchsstellers ( Rechteinhabers ), darzulegen und nachzuweisen, dass der in Anspruch genommene Anschlussinhaber für die behauptete Urheberrechtsverletzung als Täter verantwortlich ist.
BGH, Urteil vom 19.10.2011 – I ZR 140/10 Den Anschlussinhaber der primär darlegungsbelasteten Partei trifft in der Regel eine sekundäre Darlegungslast, wenn die primär darlegungsbelastete Partei keine nähere Kenntnis der maßgeblichen Umstände und auch keine Möglichkeit zur weiteren Sachverhaltsaufklärung hat, während dem Anschlussinhaber nähere Angaben dazu ohne weiteres möglich und zumutbar sind.
Die sekundäre Darlegungslast führt dabei weder zu einer Umkehr der Beweislast noch zu einer über die prozessuale Wahrheitspflicht und Erklärungslast (§ 138 Abs. 1 und 2 ZPO) hinausgehenden Verpflichtung des Anschlussinhabers, dem Rechteinhaber alle für seinen Prozesserfolg benötigten Informationen zu verschaffen.

Der Inhaber eines Internetanschlusses ist grundsätzlich nicht verpflichtet, volljährige Familienangehörige über die Rechtswidrigkeit einer Teilnahme an Internettauschbörsen oder von sonstigen Rechtsverletzungen im Internet zu belehren und ihnen die Nutzung des Internetanschlusses zur rechtswidrigen Teilnahme an Internettauschbörsen oder zu sonstigen Rechtsverletzungen im Internet zu verbieten, wenn keine konkreten Anhaltspunkte für eine solche Nutzung bestehen.

Abmahnung | Tele München Gruppe | Waldorf Frommer

Regelmäßig erreichen dank unserer Mitglieder Verbraucherdienst e.V. Abmahnungen von Waldorf Frommer, die von der Tele München Gruppe (TMG) in Auftrag gegeben wurden. Die Tele München Gruppe firmiert als sogenannte Tele München Fernseh GmbH + Co Produktionsgesellschaft, sofern von einer Rechteinhaberin in einer Abmahnung von Waldorf Frommer die Rede ist. Laut einer Abmahnung soll der Filesharer zwei Rechtsverletzungen begangen haben. Eine öffentliche Zugänglichmachung (§ 19a UrhG) und eine unerlaubte Vervielfältigung (§ 16 UrhG) eines Films von der Tele München Gruppe werden dem Abgemahnten angelastet.

Tele München Gruppe besitzt eine große Filmbibliothek

Die heutige Tele München Gruppe wurde im April 1970 von dem Autoren und Produzenten Walter Ulbrich gegründet. Mittlerweile ist die Tele München Gruppe ein Münchner Medienunternehmen (wie der Firmenname schon sagt) mit zahlreichen Aktivitäten wie Fernseh- und Radiosenderbeteiligungen, TV-Distribution und Fernseh- und Filmproduktion sowie im Lizenzhandel. Daneben besitzt die Tele München Gruppe eine der größten Filmbibliotheken Europas, die zahlreiche Filmklassiker und Blockbuster beinhaltet.

Tele München Gruppe ist beteiligt an Concorde Filmverleih, RTL II und Mutual Film

Zu der Tele München Gruppe gehört auch der Concorde Filmverleih, der bereits 1980 gegründet wurde und viele wichtige internationale Spielfilmproduktionen im Einzelhandel oder im Internet veröffentlicht. Die Tele München Gruppe arbeitet mittlerweile mit dem Streaming-Angebot von Amazon Instant Video zusammen, wobei die Serienhits Crossbones und Black Box nach Deutschland gebracht werden sollen. Die Münchner Firma ist ebenfalls an den Fernsehsendern RTL II und Tele 5, an der Produktionsfirma Mutual Film aus Los Angeles sowie an der CineMedia Film AG, die sich auf Postproduktion spezialisiert hat, beteiligt. Ebenfalls werden von dem Unternehmen aus München Live-Übertragungen diverser klassischer Konzerte und Opernaufnahmen fürs Kino produziert.

Abmahnungen im Auftrag der Tele München Gruppe

Die Tele München Gruppe verfolgt regelmäßig Urheberrechtsverletzungen in Tauschbörsen wie emule oder BitTorrent. Abmahnungen in einem fast gleichen Wortlaut, die in einer großen Anzahl von der Kanzlei Waldorf Frommer (ebenfalls aus München) versendet werden, sind dann die Konsequenzen der angeblichen Rechtsverletzungen. Nachdem mittels eines Beschlusses (§ 101 Abs. 9 UrhG) die relevanten Daten des Filesharers vom jeweiligen Internet-Provider an die Kanzlei Waldorf Frommer heraus gegeben wurden, konnten die zahlreichen Abmahnungen im Auftrag der Tele München Gruppe angefertigt werden.

815 Euro und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung

Die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung (siehe § 97 Abs. 1 UrhG) sowie die Abgabe eines Pauschalbetrags über mehrere Hundert Euro werden dann von dem abgemahnten Fileharer eingefordert. Allein den hohen Schadensersatz (siehe § 97 Abs, 2 UrhG) in Lizenzanalogie über 600 Euro verlangen die Rechtsanwälte von Waldorf Frommer im Namen der Tele München Gruppe. Sollte es zu einem außergerichtlichen Vergleich zwischen den Abgemahnten mit der Tele München Gruppe und der Kanzlei Waldorf Frommer kommen, wird der hohe Geldbetrag über 815 Euro in der Abmahnung gefordert. Wird jedoch die Abmahnung von dem vermuteten Filesharer ausgesessen, kann die Rechteinhaberin Tele München Gruppe über die Kanzlei Waldorf Frommer einen Gegenstandswert für den Aufwendungsersatzanspruch gerichtlich einfordern, der dann über 1.600 Euro liegen kann.

Info-Telefon: 0201 – 176 790

Informationen zu Abmahnung, Urheberrecht und Filesharing:

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